Seit einigen Wochen hatte ich Gelegenheit, die neue Canon Powershot G11 auf Herz und Nieren zu prüfen und möchte an dieser Stelle meine ersten Erfahrungen und einige Testfotos einstellen. Vielleicht hilft es ja dem Einen oder Anderen bei der Entscheidung für oder gegen diese nicht ganz so kleine Kamera. Denn sie zählt sicher zu den sogenannten Kompaktkameras; ist allerdings mit 112 mm x 76 mm x 48 mm Größe und einem Gewicht von 400 Gramm (zum Vergleich: die Canon 500D wiegt nur 80 Gramm mehr)wohl nicht mehr hosentaschentauglich. Wohl kann sie jedoch locker noch in der Jackentasche mit auf den Spaziergang oder einen kleinen Ausflug genommen werden. Von der Bildqualität her steckt sie locker einige weitaus teurere und größere Spiegelreflexkameras weg und ist deshalb eine ideale Reise- und Reportagekamera für den anspruchsvollen und ambitionierten Hobbyfotografen. Der Preis ist mit durchschnittlich 450 bis 500 Euro indes immer noch recht heftig, viele Einsteiger- Spiegelreflexkameras der bekannten Marken sind da schon samt Kitobjektiv günstiger zu haben; sind indes aber auch voluminöser und in den Folgekosten (Anschaffung weiterer Objektive) höher.
Canon hat gegenüber dem Vorgänger Powershot G10 die Pixelzahl auf dem 1/1,7" RGB-CCD-Chip von 15 auf nunmehr 10 Megapixel drastisch und wohltuend reduziert. Dadurch sind die Fotos deutlich rauschärmer und man kann ruhigen Gewissens auch mal in den Bereich von ISO 400, notfalls sogar ISO 800 gehen, soweit man bei den Ausdrucken unterhalb 20 x 30 cm bleibt. Ausgelegt für maximal ISO 3200 ist die Nutzung derartiger Empfindlichkeiten aber zu vermeiden, nicht nur dass die Fotos dann schon extrem rauschen und verpixeln, nein Canons interne Bügelmaschine arbeitet dann so heftig, dass sämtliche Details in einem wüsten Gematsche enden.
Zu den weiteren Äußerlichkeiten, die positiv ins Auge springen: der vollbewegliche Bildschirm, früher in Canons G- Klasse üblich, ist wieder verbaut worden. Hier ein 2,8" TFT-LCD-Monitor mit stolzen 461.000 Bildpunkten; Schärfebeurteilung der geschossenen Fotos anhand des Bildschirms sind kein Problem mehr. Das Verschwenken des Bildschirms ist für viele Situationen und insbesondere für Makrofans (Nahaufnahmen gehen ab 1 cm Motiventfernung) eine feine Sache. Die Optik ist herausragend, wie in allen Powershots der G- Serie, hier ein 5-fach Zoom, 28 bis 140 mm weit. Das sollte für 90 % aller alltäglichen Situationen voll ausreichen. Belichtungszeiten von 1/4.000 s bis 15 s sind möglich. Die Anfangslichtstärke im Weitwinkelbereich beträgt 2,8. Soweit einige technische Rahmenbedingungen.
Wie verhält sich die Kamera nun im Fotografenalltag?
Sie liegt gut in der Hand, auch größere Pranken kommen mit den Knöpfen und dem Rad zurecht. Vieles lässt sich mittels Drehrädern einstellen: ISO- Zahl, Programme, Belichtung, mehr als mit mancher DSLR möglich ist. Das Menü ist übersichtlich und, wer schon Canon hat, findet sich ohne Probleme zurecht. Die Bildqualität ist überragend und mit einer Einsteiger- DSLR auf jeden Fall vergleichbar.


Hier links mit 28mm der Weitwinkel und rechts das gleiche Motiv mit 140mm Telebereich fotografiert. Die interne Bildverarbeitung greift im bereich niedriger ISO- Zahlen kaum ein und demzufolge erscheinen die Fotos auch bei 100%ger Darstellung sehr detailreich und scharf. Auf folgenden Fotos habe ich eine 100%- Darstellung des linken und des rechten Randes herausgeschnitten. Man erkennt, das die Bildqualität in Abhängigkeit von der Lichtsituation unterschiedlich gut is

t.

Rechts sind deutlich Beugungseffekte und Lichtsäume am Baum und den weißen Eiern erkennbar. Solche Effekte halten sich jedoch in Grenzen, wie man an unten eingestellten 100%- Detail- Ausschnitten sehr gut erkennen kann. Selbst um ausgesprochen dünne Objekte, wie Stromleitungen sind keine deutlichen "purple frings" zu finden. Einzeln stehende Objekte, wie der Lichtmast zeigen ebenfalls wenig Lichtbeugungen. Genauso gut gelöst ist die Herausrechnung der Verzeichnungen im Weitwinkelbereich, die eigentlich kaum wahrnehmbar sind. Wenig sinnvoll erscheint der eingebaute vierfache Digitalzoom. Hier wird schlichtweg nur das vorhandene optische Abbild in jedem einzelnen Pixel vergrößert, was logischerweise zu starker Unschärfe des le

tztendlichen Abbildes führ

t. Glücklicherweise kann man diesen Zoom im Menü ausstellen. Im Fotoordner Canon G11 habe ich zum Beleg ein Foto mit 140mm Brennweite aufgenommen und anschließend den Digitalzoom hinzugeschaltet. Das Ergebnis ist erwartungsgemäß schlecht.
In den nächsten Tagen werde ich noch einige Fotos zusammen stellen, die bei ausgesprochen schlechten Lichtverhältnissen entstanden sind. Auch die Qualität des Blitzes, die Fähigkeiten der Kamera bei Langzeitbelichtungen sollen Themen eines zweiten Berichtes zur Canon Powershot G11 sein. Dann auch einige Worte zur passenden Tasche und diversen Extras zur Kamera. Hier sind bereits einige Fotos mit der Kamera eingestellt, weitere werden folgen:
Klick.